Husten: Ursachen, Hustenarten und was helfen kann

Frau hustet in herbstlicher Umgebung

Husten ist ein natürlicher Schutzreflex. Er hilft dem Körper, Schleim, Staub, Krankheitserreger und andere Fremdstoffe aus den Atemwegen zu entfernen.

Bei einer Erkältung beginnt der Husten häufig trocken und reizend. Im weiteren Verlauf kann sich Schleim bilden, der durch das Husten aus den Atemwegen befördert wird. Welche Massnahmen sinnvoll sind, hängt deshalb von der Art und Ursache des Hustens ab.

Was ist Husten?

Die Atemwege sind mit einer Schleimhaut und feinen Flimmerhärchen ausgekleidet. Sie helfen dabei, eingeatmete Partikel und Schleim in Richtung Rachen zu transportieren.

Werden empfindliche Hustenrezeptoren gereizt, löst der Körper einen kräftigen Atemstoss aus. Dadurch sollen die Atemwege möglichst schnell von störenden Stoffen befreit werden.

Husten ist daher keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das unterschiedliche Ursachen haben kann.

Trockener Husten

Bei trockenem Husten wird kein oder kaum Schleim abgehustet. Er fühlt sich häufig kratzend, schmerzhaft oder reizend an und wird deshalb auch Reizhusten genannt. Trockener Husten tritt häufig zu Beginn oder gegen Ende einer Erkältung auf. Er kann besonders nachts belastend sein und den Schlaf stören.

Produktiver Husten

Bei produktivem Husten bildet sich Schleim in den Atemwegen. Der Hustenreflex hilft dabei, diesen Schleim nach oben zu transportieren und abzuhusten. Produktiver Husten sollte nicht ohne fachliche Beratung unterdrückt werden, da der Schleim aus den Atemwegen entfernt werden muss.

Häufige Ursachen von Husten

Eine Erkältung ist eine häufige Ursache für akuten Husten. Husten kann jedoch auch durch andere Erkrankungen oder Reize ausgelöst werden.

Mögliche Ursachen sind:

  • Erkältungen und andere Atemwegsinfekte
  • gereizte oder trockene Schleimhäute
  • Bronchitis
  • Allergien
  • Asthma
  • Rauchen
  • Staub und andere Reizstoffe
  • kalte oder trockene Luft
  • Sodbrennen und Rückfluss von Magensäure
  • bestimmte Medikamente
  • chronische Atemwegserkrankungen

Husten ohne erkennbare Erkältung, wiederkehrender Husten oder länger anhaltende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.

Husten bei einer Erkältung

Bei einer Erkältung kann sich der Husten im Verlauf verändern:

  1. Zu Beginn sind die Schleimhäute gereizt. Es entsteht häufig ein trockener Reizhusten.
  2. Nach einigen Tagen kann sich vermehrt Schleim bilden.
  3. Der Husten wird produktiv und hilft dabei, den Schleim abzutransportieren.
  4. Gegen Ende der Erkältung kann erneut ein trockener Hustenreiz zurückbleiben.

Auch nachdem die übrigen Erkältungsbeschwerden abgeklungen sind, kann der Husten noch einige Zeit anhalten.

Frau mit Tee im Winter

Was hilft bei Husten?

Einfache Massnahmen können gereizte Atemwege unterstützen und das Abhusten erleichtern.

Ausreichend trinken

Wasser und ungesüsste Tees halten Mund und Rachen feucht. Bei Husten mit zähem Schleim kann eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr dazu beitragen, das Sekret weniger dickflüssig zu halten.

Raumluft angenehm halten

Trockene und überheizte Räume können den Hustenreiz verstärken. Regelmässiges Lüften und eine angenehme Raumtemperatur tun den Atemwegen gut.

Rauch und Reizstoffe meiden

Tabakrauch, Staub, intensive Düfte und kalte Luft können die Atemwege zusätzlich reizen. Während einer Erkältung sollten solche Belastungen möglichst vermieden werden.

Ruhe und Schlaf

Ein Atemwegsinfekt beansprucht den Körper. Ausreichend Schlaf und eine vorübergehend reduzierte Belastung unterstützen die Erholung.

Oberkörper leicht erhöhen

Wer vor allem nachts hustet, kann den Oberkörper mit einem zusätzlichen Kissen etwas höher lagern.

Schonend husten

Sehr heftiges und unkontrolliertes Husten kann die bereits gereizten Atemwege zusätzlich belasten. Daher kann es hilfreich sein, möglichst kontrolliert zu husten.

Bei trockenem Husten:

  • durch die Nase einatmen
  • möglichst aufrecht sitzen
  • sanft in die geschlossene Faust oder ein Taschentuch husten
  • die Wangen leicht aufblähen
  • zwischen den Hustenstössen ruhig weiteratmen

Bei Husten mit Schleim sollte der Schleim möglichst mit wenigen, gezielten Hustenstössen nach oben befördert werden.

Hausmittel bei Husten

Frau mit Tasse Tee vor einem Buch

Warme Getränke

Lauwarmer Tee oder Wasser kann den Hals befeuchten und als angenehm empfunden werden. Sehr heisse Getränke sollten vermieden werden, da sie die Schleimhaut zusätzlich reizen können.

Honig

Honig kann bei erkältungsbedingtem Husten und gereiztem Hals wohltuend sein. Er kann pur oder in einem lauwarmen Getränk eingenommen werden.

Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig erhalten.

Frau inhaliert über dampfender Schüssel

Inhalieren

Das Inhalieren mit Kochsalzlösung kann die Atemwege befeuchten. Das Wasser sollte nicht zu heiss sein, um Verbrühungen zu vermeiden. Besonders bei Kindern ist eine sichere Anwendung wichtig.

Kräuter, Dampfkompresse und Gaze

Brust- und Halswickel

Warme Wickel können als wohltuend empfunden werden. Sie sollten angenehm temperiert sein und nicht bei Fieber oder deutlichem Unwohlsein angewendet werden.

Frische Triebspitze der Gemeinen Fichte (Picea abies) mit Wassertropfen in Nahaufnahme.

Heilpflanzen bei Husten

Je nachdem, ob der Husten trocken oder mit Schleim verbunden ist, kommen unterschiedliche Pflanzen infrage.

Fichte bei Husten mit Schleim

Die Fichte (Picea abies) ist die zentrale Heilpflanze dieser Seite. Verwendet werden unter anderem die jungen, hellgrünen Triebe beziehungsweise Fichtenknospen.

Fichten- und Tannenspitzen werden traditionell bei Katarrhen der Atemwege und Erkältungshusten mit zäher Verschleimung eingesetzt.

Zum Pflanzenlexikon: Fichte

Eibisch bei trockenem Husten

Echter Eibisch (Althaea officinalis) enthält Schleimstoffe. Diese können sich wie ein schützender Film auf gereizte Schleimhäute in Mund und Rachen legen.

Eibisch passt deshalb besonders zur Unterseite Reizhusten.

Zum Pflanzenlexikon: Eibisch

Thymian bei verschleimtem Husten

Echter Thymian (Thymus vulgaris) wird traditionell bei Husten und verschleimten Atemwegen verwendet. Er ist unter anderem in Tees und pflanzlichen Hustenpräparaten enthalten.

Zum Pflanzenlexikon: Thymian

Passendes Produkt

A.Vogel Husten Sirup enthält einen Extrakt aus frischen Rottannenknospen und ist mit Birnendicksaft, Vollrohrzucker und Bienenhonig gesüsst. Er kann bei Erkältungshusten mit zäher Verschleimung angewendet werden und hilft bei Hustenreiz, Halsweh und Heiserkeit. **Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage.**

Wie lange dauert Husten?

Akuter Husten dauert in der Regel bis zu drei Wochen. Nach einem Atemwegsinfekt kann der Husten jedoch länger bestehen bleiben, obwohl die übrigen Beschwerden bereits abgeklungen sind.

Je nach Dauer wird unterschieden zwischen:

  • akutem Husten: bis zu drei Wochen
  • subakutem Husten: drei bis acht Wochen
  • chronischem Husten: länger als acht Wochen

Länger anhaltender Husten sollte ärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch dann, wenn keine weiteren Beschwerden bestehen.

Wann sollte man mit Husten zur Ärztin oder zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll bei:

  • Husten, der über mehrere Wochen anhält
  • Atemnot oder verstärkten Atembeschwerden
  • Schmerzen oder Engegefühl in der Brust
  • hohem oder länger anhaltendem Fieber
  • blutigem Auswurf
  • starkem oder ungewöhnlich gefärbtem Auswurf
  • anhaltender Heiserkeit
  • ausgeprägter Erschöpfung
  • ungewolltem Gewichtsverlust
  • immer wiederkehrendem Husten
  • Husten bei Säuglingen und Kleinkindern
  • bestehenden schweren Herz- oder Lungenerkrankungen

Bei plötzlich auftretender Atemnot, bläulicher Verfärbung der Lippen oder bedrohlich wirkenden Beschwerden sollte sofort medizinische Hilfe geholt werden.

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