Systolischer Blutdruck
Der obere Wert entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in die Arterien pumpt. In diesem Moment ist der Druck in den Gefässen am höchsten.

Der Kreislauf sorgt dafür, dass Blut, Sauerstoff und Nährstoffe zuverlässig durch den Körper transportiert werden. Der Blutdruck spielt dabei eine zentrale Rolle: Er beschreibt den Druck, mit dem das Blut durch die Arterien fliesst.
Der Blutdruck ist nicht ständig gleich. Er verändert sich bei Bewegung, Ruhe, Stress, Schlaf, Wärme oder Kälte. Kurzfristige Schwankungen sind normal. Bleiben die Werte jedoch dauerhaft erhöht oder treten bei tiefem Blutdruck Beschwerden wie Schwindel und Schwäche auf, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Damit das Blut vom Herzen bis in die Organe und Gewebe gelangt, muss es unter Druck durch die Gefässe fliessen. Dieser Druck entsteht durch das Zusammenspiel von:
Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule, abgekürzt mmHg, angegeben.
Bei der Messung erscheinen zwei Werte, zum Beispiel 120/80 mmHg.
Der obere Wert entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in die Arterien pumpt. In diesem Moment ist der Druck in den Gefässen am höchsten.
Der untere Wert entsteht, wenn sich der Herzmuskel entspannt und erneut mit Blut füllt. Der Druck in den Gefässen sinkt, fällt aber nicht vollständig ab.
Bei einer Messung in der Arztpraxis gelten Werte unter 140/90 mmHg als normal. Bei einer Selbstmessung zu Hause sollten die Werte in der Regel unter 135/85 mmHg liegen.
Ein einzelner erhöhter Wert bedeutet noch nicht automatisch Bluthochdruck. Für eine Diagnose sind wiederholte Messungen zu verschiedenen Zeiten und an unterschiedlichen Tagen notwendig.
Welche Werte persönlich angestrebt werden sollten, hängt unter anderem von Alter, Gesundheitszustand, Begleiterkrankungen und Medikamenten ab. Die individuelle Beurteilung erfolgt durch eine medizinische Fachperson.
unter 140/90 mmHg
unter 135/85 mmHg
Einzelwerte ersetzen keine Diagnose.
Blutdruckschwankungen gehören zum Alltag. Der Körper passt den Blutdruck laufend an die jeweilige Situation an.
Der Blutdruck kann vorübergehend steigen bei:
Er kann sinken bei:
Nicht jede Schwankung ist problematisch. Entscheidend ist, ob Beschwerden auftreten, die Werte dauerhaft verändert sind oder weitere Risikofaktoren bestehen.
Bluthochdruck, medizinisch Hypertonie genannt, bleibt häufig lange unbemerkt. Viele Betroffene fühlen sich gesund und haben keine eindeutigen Beschwerden. Deshalb lässt sich erhöhter Blutdruck nur durch regelmässiges Messen zuverlässig erkennen.
Dauerhaft hoher Blutdruck belastet das Herz und kann die Blutgefässe sowie weitere Organe schädigen. Er gehört zu den wichtigen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Bei den meisten Betroffenen lässt sich keine einzelne Ursache feststellen. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.
Dazu gehören:
Einige dieser Faktoren lassen sich beeinflussen, andere nicht. Eine ärztliche Abklärung hilft, mögliche Ursachen und das persönliche Risiko einzuordnen.
Ein niedriger Blutdruck, medizinisch Hypotonie genannt, ist ohne Beschwerden häufig kein gesundheitliches Problem. Manche Menschen haben von Natur aus tiefere Werte.
Beschwerden können jedoch entstehen, wenn Gehirn und andere Organe kurzfristig nicht ausreichend durchblutet werden – besonders beim raschen Aufstehen oder bei längerem Stehen.
Typische Beschwerden sind:
Wird einer Person beim Aufstehen schwindlig oder schwarz vor Augen, kann eine sogenannte orthostatische Kreislaufreaktion dahinterstecken. Beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen versackt kurzfristig mehr Blut in den Beinen. Der Körper muss Herzschlag und Gefässspannung rasch anpassen.
Gelingt diese Anpassung nicht schnell genug, kann der Blutdruck vorübergehend abfallen.
Mögliche Auslöser sind:
Wiederkehrende oder starke Beschwerden sollten abgeklärt werden, besonders wenn es zu Stürzen oder Ohnmacht kommt.
Bei beschwerdebedingtem niedrigem Blutdruck können einfache Massnahmen den Kreislauf unterstützen:
Eine höhere Salzaufnahme sollte nicht pauschal empfohlen werden. Sie kann bei einzelnen Personen sinnvoll sein, sollte aber insbesondere bei Herz-, Nieren- oder Blutdruckerkrankungen zuerst medizinisch besprochen werden.
Schwindel wird häufig mit dem Kreislauf in Verbindung gebracht, kann aber viele andere Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise Erkrankungen des Innenohrs, Migräne, Medikamente, Infekte, Blutarmut, Herzrhythmusstörungen oder neurologische Ursachen.
Deshalb sollte Schwindel nicht automatisch als niedriger Blutdruck eingeordnet werden.
Eine Abklärung ist besonders wichtig, wenn Schwindel:

Blutdruckwerte sind nur aussagekräftig, wenn korrekt gemessen wird.
Nach der ersten Messung etwa zwei Minuten warten und erneut messen. Liegen die Werte deutlich auseinander, kann eine dritte Messung sinnvoll sein. Notiert wird der Mittelwert der letzten beiden Messungen.
Bei der ersten ärztlichen Abklärung sollte an beiden Armen gemessen werden. Für spätere Selbstmessungen wird normalerweise der Arm verwendet, an dem der höhere Wert festgestellt wurde.
Ein Blutdrucktagebuch hilft, Veränderungen und Muster zu erkennen. Sinnvoll sind folgende Angaben:
Einzelne Ausreisser sind weniger aussagekräftig als der Verlauf über mehrere Tage.
Regelmässige Bewegung unterstützt Herz, Kreislauf, Gefässe und Stoffwechsel. Bei hohem Blutdruck kann sie einen wichtigen Bestandteil der Behandlung bilden. Bei niedrigem Blutdruck trainiert sie die Anpassungsfähigkeit des Kreislaufs und stärkt die Muskelpumpe.
Geeignet sind beispielsweise:
Die Belastung sollte zur persönlichen Fitness und Gesundheit passen. Bei sehr hohen Blutdruckwerten, Herzbeschwerden oder längerem Bewegungsmangel sollte der Einstieg fachlich begleitet werden.
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Früchten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen unterstützt die allgemeine Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Bei erhöhtem Blutdruck ist besonders ein bewusster Umgang mit Salz sinnvoll. Ein grosser Teil der Salzaufnahme stammt nicht aus dem Salzstreuer, sondern aus:
Frische Kräuter, Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch und Gemüse können Geschmack geben, ohne dass stark nachgesalzen werden muss.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für das Blutvolumen und die Kreislauffunktion. Bei Hitze, Sport, Fieber, Durchfall oder Erbrechen steigt der Flüssigkeitsbedarf.
Geeignete Getränke sind:
Wer aufgrund einer Herz- oder Nierenerkrankung eine begrenzte Trinkmenge einhalten muss, sollte sich an die medizinische Empfehlung halten.
Stress aktiviert das vegetative Nervensystem. Herzschlag und Blutdruck können dadurch vorübergehend ansteigen. Das ist eine normale Reaktion.
Problematisch kann es werden, wenn die Anspannung dauerhaft anhält und Erholung fehlt. Entspannungsübungen ersetzen keine Blutdruckbehandlung, können aber helfen, Belastung und Anspannung besser auszugleichen.
Unterstützend können sein:
Pflanzenwissen: Weissdorn Weissdorn (Crataegus) ist traditionell mit Herz und Kreislauf verbunden. Im Pflanzenlexikon erfahren Sie mehr über Botanik, Inhaltsstoffe, Geschichte und traditionelle Verwendung.
Eine medizinische Abklärung ist sinnvoll bei:
Blutdruckmedikamente sollten nur in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt angepasst werden.
Sofortige medizinische Hilfe ist erforderlich bei:
Was Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stressausgleich und Vorsorge für das Herz bedeuten.
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