Blutgefässe an einem Arm

Gefässgesundheit: Was Blutgefässe gesund hält

Blutgefässe durchziehen den gesamten Körper. Sie transportieren Sauerstoff und Nährstoffe zu Organen und Geweben und führen Stoffwechselprodukte wieder ab. Damit diese Versorgung zuverlässig funktioniert, müssen die Gefässe durchlässig, belastbar und möglichst elastisch bleiben.

Die Gesundheit der Arterien wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Bewegung, Ernährung, Rauchen, Körpergewicht, Stress und familiäre Veranlagung. Veränderungen entwickeln sich häufig langsam und bleiben lange unbemerkt. Umso wichtiger ist es, persönliche Risikofaktoren zu kennen und frühzeitig zu beeinflussen.

Was gehört zu den Blutgefässen?

Das Gefässsystem besteht aus Arterien, Venen und Kapillaren. Sie übernehmen unterschiedliche Aufgaben:

  • Arterien transportieren Blut vom Herzen weg.
  • Venen führen das Blut zum Herzen zurück.
  • Kapillaren sind feinste Gefässe, über die Sauerstoff, Nährstoffe und Stoffwechselprodukte zwischen Blut und Gewebe ausgetauscht werden.

Diese Seite konzentriert sich vor allem auf die Gesundheit der Arterien. Informationen zu venösen Beschwerden, schweren Beinen und Venenklappen finden Sie in der Kategorie Venen & schwere Beine.

Was zeichnet gesunde Arterien aus?

Arterien transportieren das Blut unter relativ hohem Druck durch den Körper. Ihre Wände bestehen aus mehreren Schichten und enthalten elastische Fasern sowie Muskelzellen. Dadurch können sie sich an unterschiedliche Anforderungen anpassen.

Gesunde Arterien können:

  • dem Druck des Blutstroms standhalten
  • sich erweitern und zusammenziehen
  • den Blutfluss regulieren
  • Organe und Gewebe zuverlässig versorgen
  • auf Bewegung, Ruhe und Temperatur reagieren

Die innerste Schicht der Gefässe wird Endothel genannt. Sie steht in direktem Kontakt mit dem Blut und ist an der Regulation von Gefässweite, Blutgerinnung und Entzündungsprozessen beteiligt.

Weiblicher Torso mit Gefässen

Was ist Arteriosklerose?

Arteriosklerose bezeichnet Veränderungen der Arterienwände, bei denen diese dicker, härter und weniger elastisch werden. Umgangssprachlich wird häufig von Arterienverkalkung gesprochen.

Eine häufige Form ist die Atherosklerose. Dabei lagern sich unter anderem Blutfette und weitere Bestandteile in der inneren Gefässwand ab. Es entstehen sogenannte Plaques. Diese können das Gefäss zunehmend verengen und den Blutfluss beeinträchtigen.

Der Prozess entwickelt sich meist über viele Jahre. Er kann verschiedene Gefässbereiche betreffen, zum Beispiel:

  • die Herzkranzgefässe
  • die Hals- und Hirnarterien
  • die Beinarterien
  • die Nierenarterien
  • die Hauptschlagader

Arteriosklerose verursacht zunächst häufig keine Beschwerden. Symptome entstehen oft erst, wenn ein Gefäss bereits deutlich verengt ist oder sich ein Blutgerinnsel bildet.

Wie entstehen Gefässablagerungen?

An der Entstehung arteriosklerotischer Veränderungen sind verschiedene Vorgänge beteiligt. Eine wichtige Rolle spielen Schäden oder Funktionsstörungen der inneren Gefässschicht.

Erhöhtes LDL-Cholesterin kann in die Gefässwand gelangen. Dort kann es Entzündungsreaktionen begünstigen. Im Laufe der Zeit können sich Ablagerungen bilden, die aus Fetten, Bindegewebe, Entzündungszellen und später teilweise auch Kalk bestehen.

Eine Plaque kann:

  • die Arterie verengen
  • die Elastizität der Gefässwand vermindern
  • den Blutfluss beeinträchtigen
  • instabil werden und einreissen
  • die Bildung eines Blutgerinnsels auslösen

Ein Blutgerinnsel kann ein Gefäss teilweise oder vollständig verschliessen. Je nach betroffenem Gefäss kann dies beispielsweise zu einem Herzinfarkt oder Hirnschlag führen.

Welche Folgen können Gefässverengungen haben?

Die Beschwerden hängen davon ab, welche Arterien betroffen sind.

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Wichtige Risikofaktoren

Nicht alle Risikofaktoren lassen sich beeinflussen. Viele können jedoch durch Lebensstil, Vorsorge oder medizinische Behandlung reduziert werden.

Beeinflussbare Risikofaktoren

  • Rauchen
  • dauerhaft erhöhter Blutdruck
  • erhöhte LDL-Cholesterinwerte
  • Diabetes oder erhöhte Blutzuckerwerte
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • unausgewogene Ernährung
  • hoher Alkoholkonsum
  • länger anhaltender Stress

Nicht oder nur begrenzt beeinflussbare Faktoren

  • zunehmendes Alter
  • familiäre Veranlagung
  • genetisch bedingte Fettstoffwechselstörungen
  • bestimmte Vorerkrankungen

Oft erhöht nicht ein einzelner Faktor das Risiko, sondern das Zusammenspiel mehrerer Belastungen.

Blutfette und Cholesterin

Cholesterin ist ein natürlicher und notwendiger Bestandteil des Körpers. Es wird unter anderem für Zellmembranen und die Bildung bestimmter Hormone benötigt. Da Cholesterin nicht wasserlöslich ist, wird es im Blut in Transportteilchen, den Lipoproteinen, befördert.

Besonders relevant für die Gefässgesundheit ist das LDL-Cholesterin. Sind die LDL-Werte über längere Zeit erhöht, kann Cholesterin in die Arterienwand gelangen und zur Entstehung von Plaques beitragen.

Die Beurteilung der Blutfette erfolgt nicht anhand eines einzelnen Wertes. Eine Fachperson berücksichtigt das gesamte Herz-Kreislauf-Risiko, unter anderem:

  • Alter
  • Blutdruck
  • Rauchen
  • Diabetes
  • familiäre Vorbelastung
  • bestehende Herz- oder Gefässerkrankungen

Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtige Grundlagen. Bei deutlich erhöhtem Risiko können zusätzlich Medikamente notwendig sein.

Bluthochdruck und Gefässe

Dauerhaft erhöhter Blutdruck belastet die Gefässwände. Er kann Veränderungen der Arterien begünstigen und gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bluthochdruck verursacht häufig lange keine eindeutigen Beschwerden. Regelmässiges Messen ist deshalb wichtig, besonders wenn weitere Risikofaktoren bestehen.

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Blutzucker und Diabetes

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können Blutgefässe und Nerven schädigen. Diabetes erhöht deshalb das Risiko für Erkrankungen an Herz, Gehirn, Nieren, Augen und Beinen.

Menschen mit Diabetes sollten neben dem Blutzucker auch Blutdruck und Blutfette regelmässig kontrollieren lassen. Die individuelle Behandlung wird mit einer medizinischen Fachperson abgestimmt.

Rauchen schädigt die Gefässe

Tabakrauch belastet die Gefässinnenwände und fördert arteriosklerotische Veränderungen. Rauchen erhöht ausserdem die Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln und verschlechtert die Sauerstoffversorgung.

Das Risiko steigt besonders stark, wenn weitere Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfette hinzukommen.

Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter. Professionelle Beratung, Nikotinersatz oder ärztliche Begleitung können die Erfolgschancen erhöhen.

Stress und Gefässgesundheit

Akuter Stress aktiviert den Körper. Herzschlag und Blutdruck steigen vorübergehend an, damit Muskeln und Gehirn rasch mit Energie versorgt werden.

Problematisch kann länger anhaltender Stress werden, wenn ausreichend Erholung fehlt. Chronische Belastung kann den Blutdruck, Schlaf und Stoffwechsel ungünstig beeinflussen. Gleichzeitig führt Stress bei manchen Menschen zu weniger Bewegung, unregelmässiger Ernährung, Rauchen oder erhöhtem Alkoholkonsum.

Unterstützend können sein:

  • regelmässige Bewegung
  • ausreichend Schlaf
  • bewusste Pausen
  • Atem- und Entspannungsübungen
  • soziale Kontakte
  • realistische Tagesplanung
  • professionelle Unterstützung bei anhaltender Überforderung

Bewegung für gesunde Gefässe

Regelmässige Bewegung unterstützt Kreislauf, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und Körpergewicht. Auch die Muskulatur und die Anpassungsfähigkeit des Gefässsystems profitieren von körperlicher Aktivität.

Geeignete Bewegungsformen sind beispielsweise:

  • zügiges Gehen
  • Wandern
  • Velofahren
  • Schwimmen
  • Nordic Walking
  • Tanzen
  • Treppensteigen
  • moderates Krafttraining

Entscheidend ist nicht eine einzelne intensive Sporteinheit, sondern regelmässige Bewegung im Alltag. Wer lange inaktiv war oder bereits Herz-Kreislauf-Beschwerden hat, sollte die Belastung mit einer Fachperson abstimmen.

Ernährung

Frisches Gemüse

Ernährung für die Gefässe

Dazu gehören:

  • Gemüse und Salat
  • Früchte
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Samen
  • hochwertige pflanzliche Öle
  • frische Kräuter und Gewürze
  • Fisch, je nach Ernährungsweise
  • Wasser und ungesüsster Tee

Stark verarbeitete Produkte enthalten häufig viel Salz, Zucker, gesättigte Fette und Energie. Sie sollten deshalb nicht den Hauptteil der Ernährung ausmachen.

verschiedene Nüsse

Nüsse, Samen und pflanzliche Öle

Nüsse und Samen liefern ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Eiweiss, Vitamine und Mineralstoffe. Sie können eine ausgewogene Ernährung sinnvoll ergänzen.

Geeignete Beispiele sind:

  • Baumnüsse
  • Mandeln
  • Haselnüsse
  • Leinsamen
  • Sonnenblumenkerne
  • Kürbiskerne

Bei Speiseölen eignen sich unter anderem Raps- und Olivenöl. Leinöl kann in der kalten Küche verwendet werden.

Nüsse und Öle sind energiereich. Entscheidend sind deshalb Qualität und eine zur Ernährung passende Menge.

verschiedene frische Beeren

Antioxidantien und oxidativer Stress

Bei Stoffwechselprozessen entstehen im Körper reaktive Verbindungen, die häufig als freie Radikale bezeichnet werden. Werden mehr dieser Verbindungen gebildet, als der Körper ausgleichen kann, spricht man von oxidativem Stress.

Der Körper verfügt über eigene Schutzsysteme. Zusätzlich liefern pflanzliche Lebensmittel verschiedene antioxidativ wirkende Nährstoffe und Pflanzenstoffe.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Carotinoide
  • Polyphenole
  • Flavonoide
  • Anthocyane

Gute Quellen sind Gemüse, Früchte, Beeren, Vollkornprodukte, Nüsse, Samen, Kräuter und Gewürze.

Einzelne antioxidative Stoffe oder Nahrungsergänzungsmittel können eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Aus dem Begriff „Antioxidantien“ lässt sich zudem keine direkte Vorbeugung oder Behandlung von Gefässerkrankungen ableiten.

Körpergewicht und Bauchfett

Übergewicht kann mit erhöhtem Blutdruck, ungünstigen Blutfettwerten und erhöhtem Blutzucker verbunden sein. Besonders Fettgewebe im Bauchraum steht mit einem höheren Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Risiko in Zusammenhang.

Bereits kleine, langfristig umsetzbare Veränderungen können hilfreich sein:

  • mehr Alltagsbewegung
  • regelmässige Mahlzeiten
  • viel Gemüse und eiweissreiche Lebensmittel
  • weniger stark verarbeitete Produkte
  • ausreichend Schlaf
  • bewusster Umgang mit Alkohol und Süssgetränken

Das Ziel sollte nicht eine kurzfristige strenge Diät sein, sondern eine langfristig passende Lebensweise.

Wichtige Werte kennen

Gefässveränderungen verursachen lange oft keine Beschwerden. Regelmässige Kontrollen können helfen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.

Je nach Alter und persönlicher Situation können folgende Werte wichtig sein:

  • Blutdruck
  • Blutfette, insbesondere LDL-Cholesterin
  • Blutzucker
  • Körpergewicht
  • Taillenumfang

Welche Untersuchungen und Zielwerte persönlich sinnvoll sind, hängt vom gesamten Herz-Kreislauf-Risiko ab und sollte individuell beurteilt werden.

Pflanzenwissen: Knoblauch

Knoblauch (Allium sativum) ist eine alte Kultur-, Gewürz- und Heilpflanze. Er hat in vielen traditionellen Ernährungskulturen einen festen Platz und wird seit Langem mit Ernährung, Herz und Gefässen verbunden.

Wann sollten Gefässbeschwerden ärztlich abgeklärt werden?

Gefässveränderungen bleiben häufig lange unbemerkt. Eine medizinische Abklärung ist sinnvoll bei:

  • Schmerzen oder Engegefühl in der Brust
  • Atemnot bei Belastung
  • wiederkehrenden Schmerzen in den Beinen beim Gehen
  • ungewöhnlich kalten oder blassen Füssen
  • schlecht heilenden Wunden an Füssen oder Beinen
  • plötzlich auftretender Schwäche oder Taubheit
  • auffälligen Blutdruck-, Blutfett- oder Blutzuckerwerten
  • familiär gehäuften frühen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • bekanntem Diabetes
  • starkem oder langjährigem Tabakkonsum

Wann ist sofortige Hilfe notwendig?

Sofortige medizinische Hilfe ist erforderlich bei:

  • starken oder anhaltenden Brustschmerzen
  • plötzlich auftretender Atemnot
  • Lähmungen oder Taubheit auf einer Körperseite
  • Sprach- oder Sehstörungen
  • plötzlich sehr starken Kopfschmerzen
  • Bewusstlosigkeit
  • einem plötzlich kalten, blassen und stark schmerzenden Arm oder Bein

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